Programmvorschau Januar/Februar/März 01

Auftakt der Saison
Rituale
20 Uhr
"Rituale"
Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Winko
21 Uhr
"Schnitt"
Audio-Performance von und mit Frank Niehusmann
Frank Niehusmann sammelt seit Jahren Klänge und Geräusche
unterschiedlichster Art. In seinem neuesten Konzertprojekt sind
Aus-Schnitte dieses Klang-Archivs zu hören. Als Instrumente
dienen dabei zwei Tonbandmaschinen: ein herkömmliches Tonband
mit vorbereiteten Klängen, Tönen und Geräuschen - und eine 8-Spur-Maschine,
auf der eine Tonbandschleife kreist. Wie ein DJ mixt Niehusmann
Schnitte, Fragmente und Passagen in den Kreislauf der 8-Spur-Schleife,
wodurch ein dichtes, rhythmisches Geflecht von bislang selten gehörten
Klang-Schnitten und Geräusch-Kombinationen entsteht. Der
Original-Sound der Trommler auf dem Markt von Marrakesch steht
dabei gleichberechtigt neben dem Basston der Bochumer Präzisionsfräse
und synthetischen Frequenzmodulationen (... und
Dudelsackspielern, Delfinen, lachenden Kleinkindern,
Regentropfen, Dieselmotoren und und und ...).
Minimaler technischer Aufwand (zwei Tonbandgeräte, ein paar
Kabel, Lautsprecher). Man sieht: Niehusmanns Hände fliegen über
die Tasten der Maschinen: vorwärts, rückwärts, start, stop,
play, Schleifenwechsel, play. Ein Szenarium, das immer wieder
zwischen virtuoser Maschinensteuerung und ritueller Handlung
wechselt.
Die Performance wird dokumentiert und ist als Nachklang
in der t-u-b-e vom 20. bis 23. Januar 2001, jeweils um 20.30 Uhr,
zu hören.

Donnerstag, 25. Januar 2001, 20.00 Uhr
"Reise, Toter."
Lesung, Klangperformance, Hörspiel
von und mit Durs Grünbein, Ulrike Haage, Alex Hacke und Frank
Glaubrecht
Das Leben dauert einen Nachruf lang, und wenn es gut ging, war es
eine Reise. Dieses Motto ha-ben die Musikerin Ulrike Haage und
der Lyriker Durs Grünbein für ihre gemeinsame Arbeit ge-wählt,
eine Hörspielkomposition aus lauter Miniaturdramen, in denen
ungewöhnliche, so komische wie tragische Todesfälle erzählt
werden.
Durs Grünbein liest aus seinen Arbeiten. Ulrike Haages
Klangperformance präsentiert live Stim-men und Musik in einer
Materialcollage zu ihrer jüngsten Hörspielarbeit. Mit: Ulrike
Haage, u.a.
Moderation: Barbara Schäfer, Bayerischer Rundfunk
Veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk,
Abteilung Hörspiel und Medien-kunst.
Vom 26. bis 31.
Januar 2001 präsentiert die t-u-b-e eine Werkschau mit Hörspielen
von Ulrike Haage
Freitag, 26. und
Samstag 27. Januar 2001
jeweils 20.30 Uhr
"Reise, Toter."
Hörspiel von Durs Grünbein und Ulrike Haage
BR Hörspiel und Medienkunst/hr 2001
mit Meret Becker, Judith Engel, Frank Glaubrecht, Hanns Zischler,
David Greiner,
Phil Minton, Hideki Ikigami
Das Leben dauert einen Nachruf lang, und wenn es gut ging, war es
eine Reise. Geschliffene Epigramme wechseln mit Nachrufen aus
einer fernen Gegenwart. Dazwischen sucht eine Stimme nach Halt,
indem sie zum Anfang zurückzielt, in die früheste Kindheit.
"Unklar, weshalb.../ Sie alle machen sich aus dem Staub/
Irgendwann." So, ohne Vorwarnung und wie aus anonymer
Quelle, hebt ein Memento mori an. Wenig später findet sich der Hörer
mitten in ein Berliner Zimmer versetzt, wo ein Toter dreizehn
Wochen vor seinem Fernsehgerät hockte, bevor Nachbarn die Leiche
entdeckten. "Bin gleich zurück", die lapidare
Schlusszeile eines Epitaphs spielt mit dem Unbekannten, dem Überraschenden,
Paradoxen, das dem Tod anhaftet. Kein Wunder, dass in manchen
Kulturen das Gelächter die Trauerklage ersetzt.
"Erschrockener Hörer, dies ist alles andere als eine Folge
bloßer Abgesänge. Denn wie im Märchen will das Fürchten
erlernt sein. Eines Tages vielleicht kehrt es als Stimme wieder,
als intime Erinnerung, und besänftigt den Malstrom der reißenden
Zeit" (Grünbein/Haage).
Sonntag, 28. Januar 2001, 20.30 Uhr
"Bei unserer
Lebensweise ist es sehr angenehm, lange im voraus zu einer Party
eingeladen zu werden"
Hörspiel von Jane Bowles, Katharina Franck und Ulrike Haage
BR Hörspiel und Medienkunst 1999
mit Tatja Seibt, Judith Engel, Katharina Franck
Katharina Franck verknüpft Auszüge aus Briefen der
amerikanischen Schriftstellerin Jane Bowles mit Bruchstücken
ihres Lebens. Eigene Texte Francks, die eine ausgedachte
Korrespondenz zwischen "meiner Jane, einer anderen und mir"
bilden weitere Spuren des Hörspiels.
Die Musik von Ulrike Haage verweist mit Zitaten aus dem Jazz, der
marokkanischen Musik und mit filmmusikartigen Kompositionen auf
die Zeit, in der Jane Bowles geschrieben hat, und auf die Orte,
an denen sie schrieb. Sie nimmt sich einzelne Sätze und Worte,
um sie auf einer anderen Ebene fortzuführen, und schließlich
wieder aus dem labyrinthischen Gedankengängen der Briefe der
beiden Autorinnen herauszuführen - zurück zu der Einfachheit
und Klarheit, die dieser Verquickung von Leben und Schreiben
unterliegt.
Jane Auer Bowles wurde am 22. Februar 1917 in New York geboren.
Sie starb am 4. Mai 1973 im spanischen Málaga, in der Clínica
de Los Angeles. In der Zeit dazwischen war sie Schriftstellerin
und Reisende: Mexico und Vermont und Florida, Connecticut und
Paris, Tanger, Ceylon, Lissabon, New York, von Tanger nach Málaga
und zurück von Tanger nach Málaga und goodbye.
Montag, 29. Januar 2001,
20.30 Uhr
"7 Dances of the Holy Ghost"
Hörspiel von Andreas Ammer und Ulrike Haage
BR Hörspiel und Medienkunst 1998
mit Ben Becker, Katharina Franck und Knabenchor
Eine Radiooper, die die heilige Rede mit den Mitteln von Musik,
Trommel und Bass (Drum 'n' Bass) rekonstruiert. Denn wenn heute
noch etwas den Planeten im Glauben vereint, dann ist das -
jenseits der Live-Konferenzschaltung quer um den Globus - allein
der Viervierteltakt.
Heilige werden angesprochen, wie das Radio selbst spricht: "Du
geistige Rose - Erhör uns!"
Worauf hören aber Jungfrauen? Was strahlt 'Eternal Radio', die
Radiostation des Herrn, eigentlich aus? Ist Gott Welle, Teilchen
oder Klang? Eine Weile lang sprach er, wenn es nötig wurde,
wenigstens noch in Rätseln - via seinen Lautsprecher, den
Heiligen Geist. Dieser allerdings redete - wie es in den alten
Schriften heißt - vornehmlich "in Zungen", mithin
reichlich unverständlich und vornehmlich mit anderen Heiligen.
Seit Begegnungen mit dem Heiligen Geist immer seltener geworden
sind, tritt - wenn Heiliges beschworen werden soll - die Musik in
ihr ureigenstes Recht.
Dienstag, 30. Januar 2001, 20.30 Uhr
"GOTO"
Hörspiel von und mit Ulrike Haage, Phil Minton und FM Einheit
Die CD als Bühne im Beckettlicht, auf der ein charmanter
Trunkenbold, ein besessener Klangwerker und eine sehr ernsthafte
Dame mit Lust und Leidenschaft ihrem Wahnsinn folgen.
Mittwoch, 31. Januar 2001, 20.30 Uhr
"Hunger"
Hörspiel von Katharina Franck und Ulrike Haage
mit Katharina Franck
CD Sans Soleil
Katharina Francks erste Arbeit mit deutschen, eigenen Texten in
einer Komposition von Ulrike Haage.
Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschmelzen,
autobiographische Zwischentöne offenbaren sich für kurze
Momente, spielen mit Assoziationen, schneiden sich die Luft ab
und setzen unverhofft Zäsuren.
Ein Maximum an musikalischen Ideen gibt es zu entdecken,
Rhythmen, schräge Sounds, verfremdete Stimmungen und Stimmen.
Sie verarbeiten die Assoziationen, die der Text suggeriert und
werfen eigene aufs Tablett.

Donnerstag, 8. Februar 2001, 20.00 Uhr
Klarenz Barlow -Computermusik und
radiophone Kunst
Podiumsgespräch mit Klangbeispielen
Klarenz Barlow wurde 1945 in die englischsprachige Minderheit
Kalkuttas geboren. Von 1968 bis 1972 studierte er Komposition u a.
bei Bernd Alois Zimmermann, Karlheinz Stockhausen und Mauricio
Kagel. Seit 1971 ist sein Arbeitsschwerpunkt die Computermusik.
Klarenz Barlow war von 1982 bis 1994 bei den "Internationalen
Ferienkursen für Neue Musik" in Darmstadt zuständig für
Computermusik. Seit 1984 ist er Dozent an der Musikhochschule Köln.
Von 1990 bis 1994 leitete er das Institut für Sonologie am königlichen
Konservatorium in Den Haag, wo er seit 1994 eine Professur für
Computermusik und Sonologie hat.
Im Rahmen des Gespräches wird Klarenz Barlow genauer auf sein Hörstück
CCU eingehen, das vom 9. bis 13. Februar 2001 in der t-u-b-e zu hören
sein wird. Von seinem aktuellen Projekt Zero Crossing wird Barlow
ebenfalls berichten. Im Gegensatz zu CCU, wo in der selben Stadt
zu verschiedenen Uhrzeiten Aufnahmen gemacht wurden, wurde das
Klangmaterial von Zero Crossing bei einer Weltreise 1999/2000 an
80 verschiedenen Orten auf der Welt, jedoch zur selben
Sternenuhrzeit aufgenommen. Die Reise führte Klarenz Barlow über
die Britischen Inseln, Nordamerika, Südpazifik, Australien,
Indonesien, Thailand und Bengalen wieder zurück nach Köln. Die
80 Aufnahmen werden zur Zeit noch bearbeitet, wobei sich jeweils
alle 30 Sekunden der Schwerpunkt von einer Aufnahme zur nächsten
verschiebt. Wie auch CCU ist Zero Crossing ein Auftragswerk des
WDR (Redaktion: Klaus Schöning).
9. bis 13 Februar 2001, jeweils 20.30 Uhr
CCU
Hörstück von Klarenz Barlow
Im Winter 1977/78 verbrachte Klarenz Barlow 3 Monate in Kalkutta
und nahm dort unter bestimmten Gesichtspunkten an 60 verschiednen
Plätzen in der Stadt 20 Stunden Material auf. Die Themen
rangierten von Kultur über Religion zu Alltagssituationen. Für
die Platzierung der Ausschnitte aus den Aufnahmen innerhalb des
48 minütigen Stücks war die genaue Uhrzeit der jeweiligen
Aufnahme bestimmend. Das Stück beginnt mit einer Aufnahme um 13
Uhr 45 und durchläuft dann einen Tag. Dabei wurde die
Dramaturgie der Komposition durch den zeitlichen Verlauf des
Alltags in Kalkutta bestimmt: Das Stück wurde 1980 im Auftrag
von Klaus Schöning im WDR erstellt und läutete die "Metropolis"-Reihe
ein.

Donnerstag, 15. Februar 2001, 20.00 Uhr
Walter Siegfried
Retroaudive
Bürgerliche Dämmerung / tagesschau / Situative Gesänge
Schnitt der Videodokumentation: Oliver Rauscher, Simon Sengmüller
Walter Siegfried präsentiert und kommentiert Ausschnitte von
Arbeiten aus den letzten Jahren. Immer wurde bei diesen Arbeiten
die Tonschicht als Vermittler zu mehr oder weniger konstruierten
Situationen eingesetzt. Die Töne, Geräusche, Klänge waren orts-
und zeitbezogen und nie als geschlossenes Werk gedacht. In der
Veranstaltung werden jeweils die Kontexte der Arbeiten sowie
akustische Sequenzen daraus vorgestellt.
Bürgerliche Dämmerung / ortsbezogenes Umherschweifhörspiel für
die Zeit des Sonnenstandes von 6° bis 0° unter dem Horizont;
eingerichtet für die Tage vom 6.2.1998 7.00 - 7.36 Uhr / 7.2.1998
6.59 - 7.35 Uhr / 8.2.1998 6.57 - 7.33 Uhr im Gelände der
Evangelischen Akademie Tutzing.
tagesschau / mediale Konfrontation von jeweils aktueller
Tagesschau und live musizierten Vier ernsten Gesängen von
Johannes Brahms. Klavier: Frank Helfrich, Kazuko Uehara. Uraufführung
Kreuzkirche München 1996; vorläufig letzte Aufführung:
Performance Konferenz Mannheim 2000.
Situative Gesänge / ortsspezifische Gesänge für wanderndes
Publikum: Grosser Ostersee seit 1996, Wessobrunn seit 1997,
Strobl 1999, Rotis 1999, Zug 2000, Meran 2000. Begleitungen:
Thomas Emmerling / Julio Mirón. Technik: Oliver Rauscher
16. bis 21. Februar 2001, jeweils 20.30 Uhr
Walter Siegfried
Retroaudive
Bürgerliche Dämmerung / tagesschau / Situative Gesänge
Schnitt Videodokumentation: Oliver Rauscher, Simon Sengmüller
Nachklang-Installation

Donnerstag, 22. Februar 2001, 20.00 Uhr
STAALPLAAT Audio-Galerie
Gespräch mit dem Gründer Geert-Jan Hobijn
Gegründet 1982 in Amsterdam, eröffnete Staalplaat seine Audio-Galerie1996
in Berlin. Staalplaat ist ein Forum für Sound-Künstler, ein
internationales Netzwerk für den interkulturellen Ideenaustausch
und ein Label zugleich. Messen die meisten Organisationen ihren
Erfolg an dem Umsatz oder den Einnahmen die sie erzielen, so ist
Staalplaat eine Unternehmung,die das Risiko und Überraschungen
nicht scheut und sich der Entdeckung ungeschliffener Diamanten
verschrieben hat. Staalplaats Strategie ist es, durch die
Stimulierung neuer thematischer Ansätze und unerhörter Sounds,
durch die Initiierung des Austausches zwischen Künstlern über
unterschiedliche metamusikalische Konzepte sowie durch die aktive
Förderung musikalischer Experimente, in die Zukunft zu
investieren - um die Grenzen dessen, was wir heute "Musik"
nennen, zu erweitern.
Ausgewählte Hörstücke der STAALPLAAT Audio-Galerie sind vom 23.
bis 25. Februar und 28. Februar bis 4. März 2001, jeweils 20.30
Uhr, in der t-u-b-e zu hören.
23. bis 25. Februar und 28. Februar bis 4. März 2001, jeweils 20.30 Uhr
STAALPLAAT Audio-Galerie
ausgewählte Hörstücke

Mittwoch,
7. März 2001, 21 Uhr Einlaß, Beginn 22.05 Uhr
Bayern2Radio Live aus der t-u-b-e
intermedium records ballnacht
Günther Koch Revisited: Voll in den Mann
DJ-Performance und Record-Release-Party
Produktion: BR/intermedium records 2001
2001 wird der Rundfunkreporter Günther Koch im 25. Jahr die
Kunst der Fußballreportage live aus dem Stadion hochhalten.
Unvergleichlich das An- und Abschwellen seiner Stimme, seine
Begeisterung und vor allem sein Torriecher. Wenn er sagt "jetzt
kracht's", dann folgt fast immer ein Treffer und Günther
Kochs unnachahmlicher Torschrei.
Die intermedium records ballnacht in der t-u-b-e ist
die Nacht vor dem Spiel, das ab 14. März sieben mal, immer
mittwochs um 16.05 Uhr, in Bayern2Radio läuft. Musiker, DJs und
Medienkünstler feiern den leidenschaftlichen Berichterstatter Günther
Koch mit 20 Hörstücken, O-Ton-Kompositionen und Songs.
Mitschnitte seiner Reportagen - Dokumente seines "verbalen
Dribb-lings" - waren die Ausgangsmaterialien für die am
Projekt beteiligten Musiker.
Die intermedium records ballnacht präsentiert die
Doppel-CD Günther Koch Revisited: Voll in den Mann.
Eine Veranstaltung des Bayerischen Rundfunks Hörspiel und
Medienkunst & der t-u-b-e.

Donnerstag, 15. März 2001, 21 Uhr
HIGH-FLYER LIVE AT THE T-U-B-E
Lange Live-Mix Nacht mit
VJs: Peter Becker, Andreas Bergen, Maria Heinzelmann (High Flyer),
David Süß (Ultraschall)
DJs: Mooner Industries (Erkrankung durch Musik), Stefan Holmeiner
(Swimmingpool-Productions)
Konzept & Produktion: BECKER BERGEN BROADCASTING
In enger Zusammenarbeit mit den renommiertesten DJs der Techno-Szene
um den Club ULTRASCHALL entwickelten Peter Becker, Andreas Bergen
und David Süß in ihrem Projekt HIGH FLYER eine Synthese von
avantgardistischer Club-Cultur und elektronischer Bild- und
Klangforschung. Fernab von medienphilosophischem Ballast spiegelt
sich in den verschiedenen Aktionsfeldern wie Live-Performance
oder Deutschlands einzigem elektronischen Bildmagazin eines
Techno-Clubs ein neues Verständnis von Multimedia und Ästhetik,
von Kultur und Party. ln Kooperation mit Mooner Industries,
Stefan Holmeier und Maria Heinzelmann, gestaltet das HIGH FLYER-Team
eine lange Live-Mix Nacht: Die VJs mit ihren Video- und
Computersequenzen treten mit den DJs, deren Turntables und Meta-Synthesizing
in einen künstlerischen Dialog.
Komplexe Strukturen von Bild und Ton, von abstract bis ambient,
von rhythmisch bis hypnotisch, treffen aufeinander, bedingen und
erweitern sich. Videorekorder, Schallplattenspieler, Mischpult
und Computer sind miteinander verbunden und werden in der
Performance live und mit einem Höchstmaß an Improvisation und
Interaktivität gesteuert. Das Resultat wird mittels
Lautsprechersystem und Beamer-Projektion in ein visionäres
Raumerlebnis transferiert, welches für die Stimmungen und
Aktivitäten der Besucher offen bleibt.
Die subversive Poesie früher Science-Fiction-Filme und Pulp
Magazines fließt in Klang- und Bildzitaten in die Performance
ein. Da HIGH FLYER LlVE AT THE T-U-B-E als ein audiovisuelles
Labor konzipiert ist, hat die Veranstaltung ein offenes Ende und
wird anschließend als radiophone Bildaufzeichnung eine knappe
Woche lang in der t-u-b-e präsentiert.
16. bis 21 März 2001, jeweils 20.30 Uhr
HIGH-FLYER LIVE AT THE T-U-B-E
Radiophone Bildaufzeichnung der Langen Live-Mix Nacht vom 15. März
2001

Donnerstag,
22. März 2001, 20 Uhr
Vernissage
Bodenarbeit: Lichtintervalle als Strukturgeneratoren
Licht- und Klanginstallation von Tilman Küntzel
Auf dem Boden sind Sitzkissen verteilt. An jedem Kissen ist eine
Seidenrose befestigt. In den Blüten sind Glühbirnen
eingearbeitet, die in aleatorischer Folge blinken. Diese
Lichtintervalle sind durch verschiedenartige piezoelektrische
Elemente hörbar gemacht. Die Piezo-Klangerzeuger sind in den
Kissen untergebracht. Der Raum ist nur sehr gering durch
indirekte Beleuchtung erhellt, sodass der Raum erfüllt ist durch
die den Boden bedeckenden roten blinkenden Blüten. Das auditive
Erscheinungsbild ist geprägt durch die am Boden verteilten, in
unregelmäßigen Intervallen tönende Signalgeber, deren Klang
durch die Kissen gedämpft ist. Praktisch wird das Klangbild
unmittelbar durch das visuelle Erscheinungsbild generiert. Die
Betrachter bewegen sich durch den Raum und verändern dadurch die
subjektive Wahrnehmung der Impulse, oder ruhen auf den Kissen und
entscheiden sich dadurch für eine individuelle Hörposition und
Sichtperspektive.
23 bis 28 März 2001,
jeweils 20.30 Uhr
Bodenarbeit: Lichtintervalle als
Strukturgeneratoren
Licht- und Klanginstallation von Tilman Küntzel
Programmänderungen vorbehalten.
Der Eintritt zu den
Veranstaltungen ist frei.