Saisonthema: (G)Lokale Spiele
Der externe
Beobachterstandpunkt ist dekonstruiert. (...) Turbulenz ist nicht
mehr Störung, sondern potentielle Struktur. Chaos und Ordnung
sind nicht mehr entgegengesetzt. Global und lokal sind
verschmolzen. Die Peripherie taucht im Zentrum auf und das
Zentrum in der Peripherie. (Wolf Schäfer, Ungleichzeitigkeit
als Ideologie)
Die Eroberung des Raums ist seit den 90er Jahren des 20.
Jahrhunderts in eine neue Phase getreten. Nachdem in den
Industrienationen der reale Lebensraum technologisch um den
virtuellen Raum des world wide web erwitert wurde, und auf ökonomischer
Seite unter dem Schlagwort Globalisierung
multinationale Konzerne ihre Handlungsspielräume immer weiter
ausdehnen, ohne daß deren weltweite Aktivitäten für den
Einzelnen noch nachvollziehbar wären, ist die Bedeutung der
Verortung des Individuums und der Rückbezug zu jeweils lokalen
Gegebenheiten wieder in die Diskussion geraten. In den Künsten,
die in ihrer Gesamtheit wie Seismogramme gesellschaftlicher
Entwicklungen lesbar sind, bilden sich die Pole dieser Diskussion
in den auf globale verfügbarkeit angelegten Produktionen der
Netzkunst einerseits und explizit ortsbezogenen Projekten (etwa
Installationen) andererseits ab. Unter dem Saisontitel (G)Lokale
Spiele soll in der kommenden Saison der t-u-b-e das Feld
dieser Diskussion für die Klangkunst abgesteckt, Schnittpunkte
der künstlerischen Diskurse ausgemacht und Grenzziehungen
aufgedeckt werden.