
Donnerstag, 6. Juni 2002, 20 Uhr, Vernissage
"Ring of Ants, Dogs and Lizards"
Videos und Klangcollagen von Jürgen Seizew.
"Bookmovies" nennt Jürgen Seizew seine Arbeiten, in denen er
Klänge und Shortstories mit Bildern aus seinen Büchern verknüpft. Ansatzpunkt
von Seizew ist es, auf spielerische Weise die akustischen Möglichkeiten
verschiedener Orte auszuloten: "ein verlassener Stall mit all dem
Schrott, der sich darin über Generationen angesammelt hat, der Heugabel,
dem Wagenrad und den verrosteten Kreissägeblättern. In einer Scheune mit
dem Wind, der immer anders ums Haus pfeift, je nach dem, wie weit ich das
Tor öffne." Bei dieser klanglichen Aneignung eines Ortes, entsteht
eine große Anzahl von Tonaufnahmen, die Seizew dann in seinen Klangcollagen
zu kurzen, abstrakten Geschichten verdichtet. Geschichten, die es auch
konkret gibt, die aber so nicht in Erscheinung treten. "Geschichten,
die ich in den Spielpausen über Ameisen schreibe, die sich über mein Getränk
hermachen, oder Eidechsen, die in der Stille wieder herauskommen und sich
auf den Steinen sonnen." Diese Geschichten und Klangstücke tauchen
auch in kurzen Videoanimationen wieder auf , die Seizew Bookmovies nennt.
Das visuelle Ausgangsmaterial stammt - neben Scans von Naturfunden - aus
seinen Zeichenbüchern, wobei Seizew ähnlich wie bei den Klangcollagen Bruchstücke
auswählt und sie dann weiterverarbeitet.
Der 1967 geborene Jürgen Seizew hat zunächst Buchbinder und Buchrestaurateur gelernt, als Musiker in verschiedenen Formationen Rock, Reggae, Underground und Experimentalmusik gespielt, und an der FH Hannover für Kunst und Design Klangkunst und Videoanimation studiert.
Die Installation ist vom 7. bis 13. Juni 2002 täglich von 20.30 bis 22
Uhr geöffnet.
Verschiedene Klangstücke sind vom 16. bis 23. Juni 2002 jeweils von 20.30 bis 22 Uhr zu hören

Samstag, 15. Juni 2002, 19 - 1 Uhr
DIE LANGE NACHT DER BÜCHER
Zu Gast in der t-u-b-e:
Bayerisches Fernsehen Redaktion Literatur
zeigt:
TALK SHOW
Schriftsteller im Interview
...die spannendsten Gespräche mit Autoren, Nobelpreisträgern, Lyrikern, Krimischreibern, Popliteraten, Politdichtern und Unterhaltungsschriftstellern aus dem Literaturmagazin ‚LeseZeichen' des Bayerischen Fernsehens! Dazu gibt es ein Live-Interview mit dem Dichter und Theaterautor Albert Otermaier.
Programm:
19.00, Keto von Waberer; 19.30, Michael Krüger; 20.00, Martin Walser; 20.30, Joseph von Westphalen, Georg M. Oswald, Fabienne Pakleppa, Said, Carl Amery; 21.00, live: Albert Ostermaier; 21:30, Bruno Jonas, Friedrich Ani, Günter Herburger, Wolf Wondratschek, Johano Strasser; 22.00, Günter Grass; 22.30, V.S. Naipaul; 23.00, Harry Mulisch; 23.30, Joseph von Westphalen, Georg M. Oswald, Fabienne Pakleppa, Said, Carl Amery; 24.00, Martin Walser; 0.30, Bruno Jonas, Friedrich Ani, Günter Herburger, Wolf Wondratschek, Johano Strasser.
Karten für die LANGE NACHT DER BÜCHER sind im EINSTEIN-Büro, Seeriederstr. 24 und an der Abendkasse im EINSTEIN erhältlich. Das gesamte Programm ist zu finden unter http://www.muenchner.de

Donnerstag, 27. Juni 2002, 20 Uhr, Vernissage
"Alltägliche Tätigkeiten"
Raumklang-Installation von Diána Bóbics
Schwerpunkt der akustischen Arbeiten von Diána Bóbics, die an der Akademie der Bildenden Künste in München studiert, ist es, das musikalische Potential von Alltagsgeräuschen auszuloten. Das akustische Ausgangsmaterial der Klanginstallation "Alltägliche Tätigkeiten" sind Tonaufnahmen von U-Bahn-Fahrten. Klangsplitter, die gewissermaßen nebenbei, in Zwischen-Räumen und -Zeiten gewonnen werden: unterwegs von einem Ort zu einem anderen, im Rhythmus des Fahrplans. Die Bewegung wird in der mehrkanaligen Klanginstallation zum wesentlichen Gestaltungselement. Zusätzlich werden diese Klangsplitter elektronisch bearbeitet, sodass sie
immer wieder über die ursprüngliche Klanglichkeit der Tonaufnahmen hinausweisen und mögliche neue akustische Räume öffnen.
Diána Bóbics wurde 1977 in Zalaegerszeg (Ungarn) geboren, belegte bereits während ihres Kunststudiums an der Janus Pannoniuis Universität in Pécs Kurse über elekrtroakustische Musik und studiert seit 2000 an der Akademie der Bildenden Künste München. Diána Bóbics kann bereits auf eine Reihe von Gruppen- und Einzelausstellungen zurückblicken und erhielt 2001 den Kunstpreis der Stadt Zalaegerszeg.
Die Installation ist vom 28. Juni bis 2. Juli 2002 täglich von 20.30 bis 22 Uhr geöffnet.

Donnerstag, 4. Juli 2002, 20.00 Uhr, Vernissage
"NUPLIA"
Interaktives Klang-Environment von Axel Frank Singer
Nuplia ist eine in Echtzeit generierte, digitale Klanglandschaft, deren akustische Bestandteile grafisch auf einer kugelförmig in sich geschlossenen "Landkarte" durch rechteckige, sich teilweise überlagernde Farbflächen unterschiedlicher Größe repräsentiert sind. An einem Computermonitor kann der Hörer einen Fensterausschnitt über diese Echtzeit-Grafik wandern lassen. Änderungen der Mausposition zwischen horizontaler, vertikaler und diagonaler Bewegungsrichtung lösen bei einer Überlagerung dieses Fensterausschnitts mit den bewegten Farbflächen die jeweils zugeordneten akustischen Ereignisse aus. Dabei modulierten die sich verändernden Positionskoordinaten der jeweils berührten Rechtecke verschiedenste Klangparameter.
Über die Einflussnahme des Hörers hinaus unterliegen die Eigenschaften des klanggenerierenden Systems, sowie seines optischen Erscheinungsbildes einem internen Transformationszyklus von ca. 15 minütiger Dauer. Zudem verfügt das System über eine Art "Autopilot", der immer dann den Verlauf der Komposition steuert, wenn über längere Zeit hinweg kein Benutzer, d.h. keine Mausbewegung, erkannt wird.
Axel Frank Singer wurde 1963 in München geboren und studierte von 1983-88 Komposition bei Wilhelm Killmayer an der dortigen Hochschule für Musik. Sein Interesse für elektronische Musik führte ihn außerdem 1994 zu einem Studienaufenthalt ans Pariser IRCAM. Er erhielt u.a. Förderungen der Landeshauptstadt München sowie der Siemens Stiftung und war 1999/2000 Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg. Neben kammermusikalischen und elektronischen Arbeiten für den Konzertsaal entstanden in den letzten Jahren auch mehrere Film- und Ballettmusiken, so etwa im Auftrag des Bayerischen Staatsballetts "Der bedohte Mörder" (1994) und "Ein Traumspiel" (1997). Zunehmenden Raum nimmt in letzter Zeit die Auseinandersetzung mit dem Bereich der interaktiven Musik- und Klanginstallation sowie der radiophonen Kunst ein.
Die Installation ist vom 5. bis 10. Juli 2002 täglich von 20.30 bis 22 Uhr geöffnet.

Donnerstag, 11. Juli 2002, 20 Uhr
Stäbler - Shim - Rothbrust
Audio-Performnaces
Mit ihrem Programm bewegen sich Gerhard Stäbler, Kunsu Shim zwischen zwei Polen: Neue (elektronische) Musik zum einen, Fluxus- und Performancekunst zum anderen. Neben Stücken, die sich eindeutig einer der beiden Richtungen zuordnen lassen (so Stäblers Cassandra zu Neuer Musik oder Nam June Paiks Simple zum Fluxus) stehen Mischformen im Vordergrund: Gerade durch eine simultane Aufführung von Werken divergierender Stile erreichen die Künstler Verknüpfungen von an sich Heterogenem. In Kunsu Shims Ikebana findet eine Aktion statt - Shim wirft in regelmäßigen Abständen massenproduzierte Billigblumen in einen Blechbottich. Währenddessen spielt Dirk Rothbrust Stäblers Percussionstück Hyacinth, Liquid.Scents und Stäbler sitzt, Shims Stilleben interpretierend, meditativ vor einem Tisch. In ihren "Polywerken" geht es den drei Künstlern um ein Ansprechen und ein Schärfen aller Sinne. Visuelle Elemente verknüpfen sich eng mit akustischen Ereignissen, darüber hinaus wird auch der Geruchssinn stimuliert, indem etwa Dirk Rothbrust vor den simultan gespielten Stücken den Raum mit Gerüchen anreichert.
Elektroakustische Musik
rune grammofon - new music from the north
Label-Präsentation
Das norwegische Label rune grammofon wurde 1997 von Rune Kristofferson ins Leben gerufen. Er ist ebenso Manager wie eine Größe in der Musikszene und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. In den frühen 80er Jahren war Kristofferson eine Hälfte des Electropop Duo "Fra Lippo Lippi". FLL landete Hits in England, Japan und (merkwürdigerweise) auf den Philippinen, ebenso wie in ihrem Heimatland Norwegen. Das Duo produzierte für geraume Zeit unter der Schirmherrschaft von Steely Dan's Walter Becker und wurde von einem Kritiker als "Joy Division plus Pop plus Jazz" beschrieben. Das alles gehört für Kristofferson der Vergangenheit an, bis auf die Tatsache, dass auch rune grammofon seinen eigenen Raum zwischen den Genres findet. Die derzeit große Spannbreite umfasst elektronische Improvisation ebenso wie elektro-akustische Musik, Musique concrète und alternate Rock sowie "arctic ambient" Musik (erhältlich über ECM records).
Die t-u-b-e präsentiert in Zusammenarbeit mit ECM records eine 13-teilige Reihe mit elektroakustischer Musik, die einen hervorragenden Überblick über die norwegische Szene bietet.
Freitag, 12. Juli, 20.30 Uhr
Arne Nordheim - Electric
biosphere / deathprod - nordheim transformed
Samstag, 13. Juli, 20.30 Uhr
Supersilent 4
Spunk - Det eneste jeg vet er at det ikke er en st
Sonntag, 14. Juli, 20.30 Uhr
Love comes shining over the mountains - Compilation
Phonophani - Genetic engineering
Montag, 15. Juli, 20.30 Uhr
Tore Elgarøy - The sound of the sun
Supersilent 5
Dienstag, 16. Juli, 20.30 Uhr
Luigi Archetti / Bo Wiget - Low tide digitals
Spunk - Filtered through friends
Mittwoch, 17. Juli, 20.30 Uhr
Monolight - Free Music
Alog - Duck-Rabbit
Die t-u-b-e geht ab dem 18. Juli in Ferien. Wir wünschen Ihnen einen schönen, erholsamen Sommer und melden uns im Herbst mit dem Programm für die Saison 2/02 wieder.
Der Eintritt zu den Veranstaltungen
in der t-u-b-e ist frei
Das aktuelle Programm wird im Internet
unter www.t-u-b-e.de und im Fließsatz der Tagespresse veröffentlicht.
Programmänderungen vorbehalten.