Donnerstag, 2. November
2000, 20:30 Uhr
Heiner Goebbels – Hörstücke
"Schwarz auf Weiß"
(1997), ca. 72 Min.
Szenische Komposition von
Heiner Goebbels nach Poe, Eliot und Blanchot
Musik und Regie: Heiner
Goebbels
Produktion: SWF / Ensemble
Modern / TAT
Sprecher: Heiner Müller
Freitag, 3. November 2000,
20.30 Uhr
Heiner Goebbels - Hörstücke
"Der Mann Im Fahrstuhl"
(1988) ca. 45 Min.
(nach einem Text von Heiner
Müller)
Arto Lindsay voice, guitar
Ernst Stötzner voice
Don Cherry voice, trumpet,
Doussn´Gouni
Fred Frith guitar, bass
Charles Hayward drums, metal
George Lewis trombone
Ned Rothenberg saxophones,
bass clarinet
Heiner Goebbels piano, synthesizer,
programming
Heiner Müller author
Produced by Heiner Goebbels
and Manfred Eicher, ECM Records
"Shadow/Landscape With Argonauts"
(1990), ca. 50 Min.
mit Texten von Edgar Allan
Poe und Heiner Müller
Sussan Deihim vocals
René Lussier guitar
Charles Hayward drums, tipan,
hand-percussion
Christos Govetas clarinet,
chumbush, gardon
Heiner Goebbels keybords,
programming, accordion
and 100 voices on the streests
of Boston
Commissioned, as a New Work
for Radio, by the Massachusetts Cultural Council.
Production supported by
Goethe Institut and ICA Boston 1990, SWF Baden-Baden 1991
Produced by Heiner Goebbels
Samstag, 4. November 2000,
20.30 Uhr
Heiner Goebbels - Hörstücke
"Die Befreiung des Prometheus"
(1985), ca. 45 Min.
Hörstück in 9
Bildern nach Texten von Heiner Müller aus den Theaterstücken:
Zement, Der Auftrag, Prometheus,
Traktor.
Stimmen: Angela Schanelec,
Otto Sander, Jakob Rendtorff-Goebbels, Heiner Müller u.a.
Tenor: Walter Raffeiner
Aufnahme: Walter Brüssow,
Heiner Goebbles, Peter Jochum, Gisbert Lackner, Gerlinde Raue,
Rainer Schulz, Martha Seeberger
Produktion: Hessischer Rundfunk
und Südwestfunk, 1985
ausgezeichnet mit dem Hörspielpreis
der Deutschen Kriegsblinden 1985 und dem Prix Italia 1986
"Verkommenes Ufer" (1984),
ca. 20 Min.
Hörstück nach
dem Text aus dem gleichnamigen Theaterstück von Heiner Müller
unter ausschließ-licher Verarbeitung von O-Ton-Aufnahmen, die von
Thorsten Becker mit ca. 50 Passanten in Berlin gemacht wurden.
Edition: Peter Jochum, Martha
Seeberger, Heiner Goebbels
Produktion: Hessischer Rundfunk,
1984
Ausgezeichnet mit dem Karl-Sczuka-Preis
der Donaueschinger Musiktage 1984.
"MAeLSTROMSÜDPOL" (1987/88),
ca. 30 Min.
Hörstück nach
dem gleichnamigen Text von Heiner Müller zu einer
gemeinsamen Aktion mit Erich
Wonder.
David Bennent voice
René Lussier guitar,
vocal-dubs
Peter Brötzmann saxophones,
tarogato
Peter Hollinger drums, darbouka
Heiner Goebbels synthesizer,
programming
Sonntag, 5. November 2000,
20.30 Uhr
Heiner Goebbels - Hörstücke
"Wolokolamsker Chaussee
I-V" (1989/90), ca. 80 Min.
5 Hörstücke nach
Texten von Heiner Müller
Wolokolamsker Chaussee I
- Russische Eröffnung
(nach einem Motiv von Alexander
Bek)
mit Ernst Stötzner
und den Megalomaniax
Musik: Heiner Goebbels und
Megalomaniax
Wolokolamsker Chaussee II
– Wald bei Moskau
(nach einem Motiv von Alexander
Bek)
mit Ernst Stötzner
und den Megalomaniax
Musik: Heiner Goebbels und
Megalomaniax
Wolokolamsker Chaussee III
– Das Duell
(nach einem Motiv von Anna
Seghers)
mit Ernst Stötzner
und dem Kammerchor Horbach; Ltg. Johannes Eisenberg
Musik: Heiner Goebbels und
trad.
Wolokolamsker Chaussee IV
– Kentauren
(nach einem Motiv von Franz
Kafka)
mit Alexander Kluge, Ernst
Stötzner
Musik: Heiner Goebbels,
René Lussier
Dimitri Shostakovich (Sinfonie
Nr. 7, "Leningrader Sinfonie")
Wolokolamsker Chaussee V
– Der Findling (nach Kleist)
mit Ernst Stötzner
und We Wear The Crown
Musik: Heiner Goebbels und
We Wear The Crown
Montag, 6. November 2000,
20.30 Uhr
Heiner Goebbels - Hörstücke
"Ou bien le débarquement
désastreux" (1994), ca. 70 Min.
André Wilms voice
Sira Djebate vocals
Boubakar Djebate kora, vocals
Yves Robert trombone
Alexander Meyer electric
guitar, table-gitarr, daxophon
Xavier Garcia keybords
Moussa Sissoko djembe
Sampling und programming:
Heiner Goebbels, Xavier Garcia
Texte: Joseph Conrad, Heiner
Müller, Francis Ponge
Music: Boubakar Djebate,
Heiner Goebbels
Produced by Manfred Eicher,
ECM Records
Dienstag, 7. November
2000, 20.30 Uhr
"One says Mexico. Cathedrals,
Cantinas, Volcanoes" (1998), ca. 50 Min.
Radiokomposition von Stefano
Scodanibbio
"Spring Light" (1998), ca.
30 Min.
Sprachklangfantasien
Autor und Regie: Gerhard
Stäbler
Sprecherin: Andrea Kopsch
Mittwoch, 8. November
2000, 20.30 Uhr
"XIX MIKADO – 7 Klangtableaus"
(1998), ca. 35 Min.
Autor und Regie: Johannes
Sistermanns
"Artificial Soundscapes
IV" (1999), ca. 52 Min.
Komosition, Regie und techn.
Aufnahme: Joachim Krebs
Donnerstag, 9. November
2000, 20.30 Uhr
"De campanas y badajos o
Sobre el amor"
(Von Glocken und Klöppeln
oder von der Liebe). (1999), ca. 21 Min.
Autoren: Llorenc Barber
und Montserrat Palacios Prado
"Süßer Friede
– eine Farce für drei Sprecher" (1999), ca. 35 Min.
Autor: Alexander Jansen
Regie: Stefan Fricke
"Cavae Tóna (Höhlenton)"
(2000), ca. 35 Min.
Hörstück für
tiefe Männerstimme, Schlagzeug und E
lektronik
Komposition: Norbert Walter
Peters
Regie: Stefan Fricke
Vokalist: Bernhard Lüers
Freitag, 10. November
2000, 20.30 Uhr
„Gewöhnlicher Abend“
(1985), ca 53 Min.
Szene für Mutter, Tochter,
Sohn und Chor
von Einar Schleef
Musik Peter Zwetkoff
Regie Hans Gerd Krogmann
Produktion SWF 1985
Drei Stimmen, aufeinander
einredend und aneinander vorbeiredend: Mutter, Tochter und Sohn in einer
unentrinnbaren libidinösen Verkettung. Der Sohn, als der "Philosoph
mit dem Hammer" in die Literaturgeschichte eingegangen, aber längst
ohne eigenen Willen in irdischen Dingen, dämmert im Schoss der Familie
dahin. Eine Familie, in der es keinen Vater mehr gibt und in der der Sohn
(von der Nachwelt mit seinem Satz "Gott ist tot" am meisten zitiert) dessen
Stelle nicht einnehmen kann.
Als Friedrich Nietzsche
am 25. August 1900 in schwesterlicher Obhut stirbt, hat er ein Jahrzehnt
geistiger Umnachtung überstanden. Fast 30 Jahre zuvor hatte er notiert:
"Wir dürfen keinen Abgrund der Betrachtung scheuen, um die Tragö-die
bei ihren Müttern aufzufinden: diese Mütter sind Wille, Wahn,
Wehe." Dazwischen entstand sein Lebenswerk.
Einar Schleef | geboren
1944 in Sangershausen/Thüringen, studierte in Ostberlin Malerei und
Bühnenbild, begann dort 1973 mit Theaterarbeit, verließ 1976
die DDR und ist seit den achtziger Jahren auch mit Buchveröffentlichungen
hervor-getreten und ausgezeichnet worden (1989 Döblinpreis).
Samstag, 11. November
2000, 20.30 Uhr
„Gewöhnlicher Abend“
(1985), ca 53 Min.
s. Freitag, 10. November
2000
Sonntag, 12. November
2000, 20.30 Uhr
„Gewöhnlicher Abend“
(1985), ca 53 Min.
s. Freitag, 10. November
2000
Donnerstag,
16. November 2000, 20 Uhr
BMB con (NL)
Audio-Performance von und
mit Roelf Toxopeus, Wikke ´t Hooft und Justin Bennett
"Crackling sounds" - knisternde
Klänge ist ein zentraler Begriff der seit 1989 bestehenden Gruppe
"BMB con." aus Utrecht. Die Materialien der Performances von BMB con. werden
in ausgedehnten improvisatorischen Arbeitsprozessen zu audio/visuellen
"Systemen" verdichtet, die immer wieder neu auf den jeweiligen Aufführungsort
abgestimmt werden.
Im Vordergrund steht, sowohl
auf der akustischen, wie auch auf der visuellen Ebene die Arbeit mit digitalen
Medien. "Crackling sounds entstehen, wenn neue elektrische Kontakte hergestellt
und andere unterbrochen werden". Dabei werden eine Vielzahl von Materialebenen
ins Spiel gebracht:
Elektronisch generierte
Klänge treffen auf Naturklänge, Video-Projektionen verbinden
sich auf un-vorhersagbare und mitunter verstörende Weise mit raumgreifenden
live Aktionen zu einem "Gueril-la-Theater" mit hi- und lo-tech.
(Weitere Informationen unter
www.bmbcon.demon.nl)
Freitag, 17. November
2000, 20.30 Uhr
Marc Behrens – Hörstücke
Mit der Installation “Tokyo
Circle” war der Künstler Marc Behrens im Oktober in der t-u-b-e zu
Gast. Nun werden drei Hörspielprogramme, die von Behrens selber zusammengetellt
wurden präsentiert. Es erscheint ein Abendprogramm mit den Anmerkungen
des Künstlers.
“Advanced Environmental
Control” [1995], ca 33 Min.
veröffentlicht auf
'Advanced Environmental Control', CD Album, Trente Oiseaux (D, 1995)
„Scenes for Contraction“,
parts 1-5, [1999], ca. 25 Min.
veröffentlicht auf
'Contraction', CD Album, Digital Narcis (Japan, 1999)
„Scrutto“[1997-99], ca.
25 Min.
Shakuhachi/Insects - Shakuhachi/Insects/Frogs
- Insects/Frogs/Cars
veröffentlicht auf
'Contraction', CD Album, Digital Narcis (Japan, 1999)
Samstag, 18. November
2000, 20.30 Uhr
Marc Behrens – Hörstücke
“Elapsed Time” [1996]
Elapsed Time 1: 1939 - Elapsed
Time 2: 1940 - Elapsed Time 3: 1941 - Elapsed Time 4: 1942 - Elapsed Time
5: 1943 - Elapsed Time 6: 1944 - Elapsed Time 7: 1945
Veröffentlichung als
CD Album im Frühjahr 2001 auf Intransitive Recordings (USA)
„Kosovska Rekvia“ Kosovo
Requiem [1999]
pt.1 Dialectic - pt.2 Incentive
- pt.3 Cerebral
veröffentlicht als
MP3 auf www.earlabs.org, 1999
Sonntag, 19. November
2000, 20.30 Uhr
Marc Behrens – Hörstücke
„Addition“ [1996]
veröffentlicht auf
'Antiphony', Ash International (UK, 1996)
„quersumme rlw“ [1996]
veröffentlicht auf
rlw - 'Tulpas', Selektion (D, 1997)
„Multiplication“ [2000]
geplante Veröffentlichung
auf einer CD mit Interpretationen von John Hudaks Werk, Alluvial Recordings
(USA)
„Revelation“
[1993], veröffentlicht
auf 'variious', Intransitive Recordings (USA, 2000)
„Compressed Location 1“
[1995]
veröffentlicht auf
'Location', Fich Art (D, 1996), geplante Wiederveröffentlichung auf
'Phonography Compilation', Pho-nography Group (USA)
„Memetic Junk“ [1997]
veröffentlicht auf
'meme', meme (Japan, 1998)
„ccdeinnorsttu“ [1998]
veröffentlicht auf
'End ID', Digital Narcis (Japan, 1999), der Coca-Cola Company gewidmet.
„Two Zones“ [1999]
veröffentlicht auf
'Modulation & Transformation 4', Mille Plateaux (D, 1999)
„Two Leipzig Zones“ [1999]
bald erscheinende Veröffentlichung
auf 'New Forms', Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig (D)
„One Minute“ [2000]
geplante Veröffentlichung
auf '10 x 10', Banned Production (USA)
Montag, 20. November 2000,
20.30 Uhr
Marc Behrens - Hörstücke
“Advanced Environmental
Control” [1995], ca 33 Min.
veröffentlicht auf
'Advanced Environmental Control', CD Album,
Trente Oiseaux (D, 1995)
„Scenes for Contraction“,
parts 1-5, [1999], ca. 25 Min.
veröffentlicht auf
'Contraction', CD Album, Digital Narcis (Japan, 1999)
„Scrutto“[1997-99], ca.
25 Min.
Shakuhachi/Insects - Shakuhachi/Insects/Frogs
- Insects/Frogs/Cars
veröffentlicht auf
'Contraction', CD Album, Digital Narcis (Japan, 1999)
Dienstag, 21. November 2000,
20.30 Uhr
Marc Behrens – Hörstücke
“Elapsed Time” [1996]
Elapsed Time 1: 1939 - Elapsed
Time 2: 1940 - Elapsed Time 3: 1941 - Elapsed Time 4: 1942 - Elapsed Time
5: 1943 - Elapsed Time 6: 1944 - Elapsed Time 7: 1945
Veröffentlichung als
CD Album im Frühjahr 2001 auf Intransitive Recordings (USA)
„Kosovska Rekvia“ Kosovo
Requiem [1999]
pt.1 Dialectic - pt.2 Incentive
- pt.3 Cerebral
veröffentlicht als
MP3 auf www.earlabs.org, 1999
Mittwoch, 22. November
2000, 20.30 Uhr
Marc Behrens – Hörstücke
„Addition“ [1996]
veröffentlicht auf
'Antiphony', Ash International (UK, 1996)
„quersumme rlw“ [1996]
veröffentlicht auf
rlw - 'Tulpas', Selektion (D, 1997)
„Multiplication“ [2000]
geplante Veröffentlichung
auf einer CD mit Interpretationen von John Hudaks Werk, Alluvial Recordings
(USA)
„Revelation“
[1993], veröffentlicht
auf 'variious', Intransitive Recordings (USA, 2000)
„Compressed Location 1“
[1995]
veröffentlicht auf
'Location', Fich Art (D, 1996), geplante Wiederveröffentlichung auf
'Phonography Compilation', Pho-nography Group (USA)
„Memetic Junk“ [1997]
veröffentlicht auf
'meme', meme (Japan, 1998)
„ccdeinnorsttu“ [1998]
veröffentlicht auf
'End ID', Digital Narcis (Japan, 1999), der Coca-Cola Company gewidmet.
„Two Zones“ [1999]
veröffentlicht auf
'Modulation & Transformation 4', Mille Plateaux (D, 1999)
„Two Leipzig Zones“ [1999]
bald erscheinende Veröffentlichung
auf 'New Forms', Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig (D)
„One Minute“ [2000]
geplante Veröffentlichung
auf '10 x 10', Banned Production (USA)
Donnerstag, 23. November
2000, 20.30 Uhr
„Gewöhnlicher Abend“
(1985), ca 53 Min.
s. Freitag, 10. November
2000
Freitag, 24. November
2000, 20.30 Uhr
„Gewöhnlicher Abend“
(1985), ca 53 Min.
s. Freitag, 10. November
2000
Samstag, 25. November 2000,
20.30 Uhr
„Gewöhnlicher Abend“
(1985), ca 53 Min.
s. Freitag, 10. November
2000
Donnerstag,
30. November 2000, 20 Uhr
Liquid Penguin Ensemble
"Life of Brain"
Hirnstückperformance
für Kontrabass, Stimme, Electronics, Video
Wissen Sie was Ihr Schläfenlappen
gerade macht?
Ein Splitter in dieser Hirnregion
verhalf Schostakowitsch dazu, wann immer er seinen Kopf zur Sei-te neigte,
Musik zu hören. Auf Röntgenbildern war zu sehen, daß der
Splitter seine Lage veränder-te, wenn er seinen Kopf bewegte, und
daß er Druck auf den musikalischen Schläfenlappen ausüb-te,
so daß er eine Fülle von Melodien vernahm, aus denen er schöpfen
konnte. Diese Anekdote, die wohl als Legende bezeichnet werden muß,
ist neurologisch betrachtet durchaus denkbar: Un-sere Hirnwindungen als
Film- und Tonarchiv alles je Erlebten. Vergangene Szenen werden zu Ta-ge
gefördert durch aktuelle Wahrnehmungen, unvermutete Begegnungen, durch
eine Hirnverlet-zung. Die Verbindungen zwischen den vorhandenen und neu
eintreffenden Eindrücken lötet jeder selbst.
Zwei Elemente bilden das
Ausgangsmaterial der Performance: das (akustische) Thema des Was-sers als
Erinnerungsträger und Bild für den Fluß der Gedanken sowie
das Geräusch und Thema Gas, welches für die Flüchtigkeit
derselben stehen kann. Durch Zooming und elektronische Ver-fremdung dieser
Elemente entsteht ein Grundton, der die gesamte Performance durchzieht.
In die-sen Grundton mischen sich Geräusche der Außenwelt von
Band, verbalisierte Gedankenketten und Assoziationen, musikalische Themen,
Ikonen der Erinnerung in Videosequenzen, während an einer Werkbank
unablässig Synapsen verdrahtet werden. Am Ende die Konstruktion der
Erinne-rung: kein fotografisches Abbild, vielmehr Montage. Gedankenprotokolle
sowie Auszüge der Er-zählung „Das unerbittliche Gedächtnis“
von Jorge Luis Borges bilden die Textgrundlage.
Das Liquid Penguin Ensemble
wurde im November 1996 zunächst mit dem Ziel gegründet, die künstlerische
Ausdrucksform der Musik mit der des gesprochenen Wortes zu verbinden. Im
weite-ren Verlauf fanden auch Schauspiel-/Choreografie-, Video- und Performance-Elemente
Eingang in die Arbeit, wobei der Schwerpunkt auf der akustischen Ebene
bleibt.
Die Performance in der t-u-b-e
wird dokumentiert und ist als „Nachklang“ vom 2. bis 6. November 2000 als
zu hören.
(Weitere Informationen unter
www.liquidpenguin.de)
Donnerstag,
7. Dezember 2000, 20 Uhr
Scherstjanoi, Bassenge,
Jugel
„Makrophon“
Hörstück mit Einführung
Produktion: Bayerischer
Rundfunk, Abteilung Hörspiel und Medienkunst.
Text: Valeri Scherstjanoi
Realisation: B. Jugel und
U. Bassenge
Komposition: Ulrich Bassenge
Makrophon beruht auf einem
akustischen Tagebuch, das Valeri Scherstjanoi ein Jahr lang führte:
Es enthält Lautgedichte, Klänge der Umwelt und des Alltags und
andere akustische Zeugnisse, die dem Lautdichter während dieses Jahres
begegneten. Jeder Tag wurde ausserdem in Form eines Lautgedich-tes und
einer Tagebuchnotiz gewürdigt. Um diese Materialfülle zu strukturieren,
entwi-ckel-te Jugel das Konzept der Verdichtung der vorhandenen O-Ton-Aufnahmen
zu Musik-stücken, eingeteilt nach Monaten. Jugel und Scherstjanoi
stellten aus den Tagebuchnoti-zen einen Text-block pro Monat zusammen.
Alle Texte des Hörspiels spricht Scherstjanoi selbst. Das akustische
Material wurde von Ulrich Bassenge zu zwölf „Monatskompositio-nen“
prozessiert. „Individuelle Beobachtungen entwickeln sich dabei zum größten
gemeinsamen Nenner, zum Überindividuellen, die Rhythmisierung der
Geräusche unter-stützt eine Verallgemeinerung der Gefühle.
Makrophon ist ein akustisches Manifest für die Universalität
der Grooves und für die Allgemeinverständlichkeit einer Dichtung
jenseits der sprachlichen Konventionen“ (BR-Programmheft).
Samstag,
9. Dezember 2000, 21Uhr
„Makrophon“
Live Audio-Performance
8. und 10. bis 13. Dezember
2000, jeweils 20.30 Uhr
„Makrophon“
Hörstück
Donnerstag, 14. Dezember
2000, 20 Uhr
Reinhard Schulz
„Tausend Jahre Musik in
zwölf Szenen“
Einführung von Reinhard
Schulz und Bernhard Jugel
Szene 1
15. bis 20. Dezember 2000
jeweils 20.30, Szenen 2
bis 12
Produktion: Bayerischer
Rundfunk, Laboratorium für Musik
Buch: Reinhard Schulz, Regie:
Bernhard Jugel
Redaktion: Wolf Loeckle
Aufgesucht werden Brennpunkte/Schnittpunkte
der Musikgeschichte. In hörspielartigen Szenarien, die gesellschaftliches
Umfeld, charakteristische Umgangsformen, wichtige parallele Kulturentwick-lungen
in einer Mischung aus Dokumentation und Vision einfangen, soll das jeweils
neue Verhält-nis von Musik, Musiktheorien, musikalisch-klanglichen
Erfahrungen zum Sein, also zu den Le-bensbedingungen eingefangen werden.
In Dialogen und Diskussionen, wie sie damals hätten ge-führt
werden können, wird über die jeweils zeitgenössische Musik
debattiert und gestritten. Sie kommt zu Gehör, stets im Bewusstsein,
dass noch nie zuvor kühner in Musik gedacht wurde. Zugleich weisen
die Debatten über ihre Zeitverbundenheit hinaus und berühren
Fragestellungen, die auch heute noch im ästhetischen Diskurs von Bedeutung
sind.
Programmänderungen vorbehalten.
Der Eintritt zu den Veranstaltungen
ist frei.